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RC 2, RC 3, RC 4 — welche Widerstandsklasse braucht eine Aluminium-Haustür?

21. MAI 2026

Aluminium-Haustür im Eingangsbereich eines Wohngebäudes

Einbruchhemmung im Objektbau ist keine reine Produktentscheidung. Worauf Bauleiter, Architekten und Bauherren bei der Auswahl der Widerstandsklasse achten sollten.

Widerstandsklassen im Überblick — RC 1 bis RC 6

RC steht für Resistance Class. Die Klassifizierung erfolgt nach DIN EN 1627 und bewertet den Widerstand eines Bauteils gegen Einbruchversuche. RC 1 ist die niedrigste Stufe, RC 6 die höchste — wobei RC 1 für reguläre Außentüren im Objektbau in der Regel nicht ausreichend ist.

In der Praxis bewegen sich Aluminium-Haustüren im Objektbau zwischen RC 2 und RC 4. RC 5 und RC 6 sind speziellen Anforderungen wie Botschaften, Behörden mit Hochsicherheitsanspruch oder Banken vorbehalten.

Wichtig: Die Widerstandsklasse gilt nur für das geprüfte Bauteil inklusive Beschlag, Verglasung und Verriegelung. Eine Aluminium-Haustür mit RC-3-Profil und einem nicht geprüften Schloss erreicht in der Praxis keine RC 3 mehr.

Die Klassifizierung selbst ist keine theoretische Berechnung, sondern das Ergebnis einer praktischen Widerstandsprüfung: Ein Prüfinstitut versucht mit den für die jeweilige Klasse definierten Werkzeugen — von einfachem Hebelwerkzeug bis zu Elektrowerkzeug —, das Bauteil innerhalb einer festgelegten Prüfzeit zu öffnen. Erst wenn das Bauteil diesem statischen und dynamischen Belastungstest standhält, wird die Klasse zertifiziert.

Die Widerstandsklassen RC 1 bis RC 6 im Vergleich

Jede Klasse ist einer bestimmten Tätervorgehensweise und Werkzeugkategorie zugeordnet. Je höher die Klasse, desto aufwendiger und lauter das Werkzeug, dem das Bauteil standhalten muss — und desto länger die Zeit, die ein Täter für einen erfolgreichen Einbruchsversuch bräuchte:

  • RC 1 — Basisschutz gegen körperliche Gewalt (Eintreten, Aufdrücken), kein Werkzeugschutz. Für den Objektbau in der Regel nicht ausreichend.
  • RC 2 — Widerstand gegen Aufhebeln mit einfachem Werkzeug (Schraubendreher, Zange, Keil). Von der Polizei als Mindeststandard empfohlen.
  • RC 3 — Widerstand gegen Aufhebeln mit zusätzlichem Werkzeug (zweiter Schraubendreher, Kuhfuß) durch erfahrenere Täter.
  • RC 4 — Widerstand gegen Säge, Schlagwerkzeug und Akku-Bohrmaschine — für Objekte mit erhöhtem Schutzbedarf.
  • RC 5 / RC 6 — Widerstand gegen Elektrowerkzeuge wie Winkelschleifer. Hochsicherheitsanwendungen — im regulären Objektbau die Ausnahme.
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FACHTHEMA

Einbruchhemmung im Objektbau —
RC-Klassen 2026

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Welche Klasse passt zu welchem Objekt?

RC 2 wird in Deutschland von der Polizei als Mindeststandard für Privathäuser empfohlen. Im Objektbau ist sie für viele Standardgebäude mit moderatem Sicherheitsanspruch eine sinnvolle Lösung — etwa für reguläre Wohnbauten oder kleinere Gewerbeeinheiten.

RC 3 ist die typische Wahl für gewerbliche Objekte, öffentliche Gebäude mit erhöhter Anforderung sowie für Wohnobjekte in Gegenden mit erhöhter Einbruchsbelastung. Sie widersteht erfahrenen Tätern, die mit zweitem Werkzeug arbeiten, deutlich länger.

RC 4 wird im Objektbau dort relevant, wo besonders schützenswerte Inhalte oder Personen erwartet werden — etwa öffentliche Auftraggeber mit Sicherheitsanforderung, sensible Industriebauten oder Forschungseinrichtungen. Die Entscheidung sollte immer abhängig von Projektanforderung und Risikoabwägung erfolgen.

Für Architekten und Planer empfiehlt sich, die Widerstandsklasse nicht isoliert für die Haustür, sondern im Zusammenhang mit dem gesamten Sicherheitskonzept des Gebäudes zu betrachten — inklusive angrenzender Verglasung, Zutrittskontrolle und gegebenenfalls Alarmanlage. Eine RC-3-Tür neben einem ungeschützten Fenster mit vergleichbarer Angriffsfläche verschiebt das Risiko nur an eine andere Stelle der Fassade.

„Die richtige RC-Klasse zu wählen ist eine Frage der Risikoabwägung — nicht des Katalogs. Wer im Objektbau pauschal RC 2 verbaut, weil es die vermeintlich wirtschaftlichere Wahl ist, schiebt das Risiko nur weiter."

Worauf bei der Montage zu achten ist

Die beste Widerstandsklasse nützt nichts, wenn die Montage nicht fachgerecht ausgeführt ist. Folgende Punkte sind dabei entscheidend:

  • A (Anschluss) — Zargenanschluss zum Mauerwerk muss der Klassifizierung entsprechen — Hinterfüllung und Befestigung sind dokumentiert.
  • V (Verglasung) — Eingesetztes Glas muss der RC-Klasse zugeordnet sein — DIN EN 356, je nach Ausführung.
  • B (Beschlag) — Schließzylinder, Schutzbeschlag und Mehrfachverriegelung müssen geprüfte Komponenten sein.
  • N (Nachweis) — Übergabeprotokoll mit Klassifizierungsnachweis, Verwendbarkeitsnachweis und Montagedokumentation.

Diese vier Punkte gelten unabhängig von der gewählten RC-Klasse — sie sind die Voraussetzung dafür, dass die zertifizierte Widerstandsklasse nach dem Einbau auch tatsächlich Bestand hat.

Tags: Einbruchhemmung DIN EN 1627 RC-Klasse Aluminium-Haustür

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